Meine Magisterarbeit: „Gattenmord im frühneuzeitlichen Kursachsen. Der Fall Dorothea Eleonora Saalbach aus dem frühen 18. Jahrhundert“VorbemerkungenMeine Magisterarbeit entstand vom Juli 2008 bis zum Januar 2009 im Hauptfach Neuere und Neueste Geschichte an der Philosophischen Fakultät der Technischen Universität Dresden. Die Quellenbasis bildete eine Akte des Sächsischen Hauptstaatsarchivs Dresden, aus dem Bestand des Geheimen Rates (Geheimes Archiv). Sie umfasst den Zeitraum vom 22. Januar 1714 bis zum 19. Juni 1725 und besteht hauptsächlich aus einer Korrespondenz zwischen dem jeweiligen Amtmann von Torgau, landesherrlichen Behörden und einem sächsischen Gesandten zu Prag. Das Kernstück der Akte und damit wichtigste Quelle zum Fall Saalbach ist eine Abschrift einiger Gutachten des Leipziger Schöppenstuhles, welche nur durch einen Überlieferungszufall enthalten ist. Der GattenmordAm 2. November 1713 begaben sich die beiden Jäger Gottfried Sachße und Paul Friedrich Rothe in die Heide bei Weidenhain. Dort warteten sie auf den Pächter des Rittergutes Roitzsch bei Torgau, David Saalbach. Als dieser auf seinem Weg von Großwig nach Roitzsch geritten kam, griff Sachße die Zügel seines Pferdes und hielt es damit auf. Rothe verwundete den Reiter daraufhin durch zwei Kugeln tödlich, so dass dieser vom Pferd fiel. Anschließend trugen beide den Leichnam in die Heide und nahmen ihm die Uhr, seine Fischotter-Mütze, seine Brieftasche und seine Schuhe ab. Sie bedeckten die Leiche mit Laub und begaben sich um Mitternacht auf den Herrenhof zu Roitzsch, wo sie von Dorothea Eleonora Saalbach, der Gattin des Opfers, bereits erwartet wurden. Diese übergab den beiden dreißig Taler, einen Beutel mit Geld und an Rothe überdies ein Hemd, eine Halskrause und ein Schnupftuch. Danach verließen die beiden Komplizen das Roitzscher Rittergut und begaben sich wohl nach Leipzig. Das weitere GeschehenZunächst wurden die beiden Verdächtigen Rothe und Sachße von den Stadtgerichten zu Jena verhaftet. Beide Inquisiten wurden bereits als schuldig angesehen, zur ordentlichen Bestrafung fehlte lediglich das Geständnis. Auch die Ehefrau des Opfers wurde inzwischen verdächtigt, an der Tat beteiligt zu sein. Ein gewisser Schulze, der sich durch Flucht dem Verhör entzog, wurde als Geliebter Dorothea Saalbachs vermutet, ein direkter Zusammenhang zwischen Ehebruch und der anschließenden Ermordung des Ehegatten hergestellt. Durch z. T. peinliche Verhöre sollten die noch fehlenden Geständnisse der Verdächtigen erlangt werden. Dies gelang allerdings nur im Falle des jungen Gottfried Sachße, Paul Friedrich Rothe und Dorothea Saalbach, die zwischenzeitlich nach Böhmen fliehen konnte, waren trotz Anwendung der Folter nicht geständig. Sachße wurde folgerichtig zur Todesstrafe und anschließendem Aufflechten auf das Rad zum Zwecke der Abschreckung verurteilt. Dieses Urteil wurde trotz einer Supplikation seiner Anverwandten vollstreckt. Rothe wurde dagegen wegen starker Indizien zu Staupenschlägen und anschließender Festungsbaustrafe verurteilt, während Dorothea Saalbach in das 1716 gegründete Zucht- und Waisenhaus nach Waldheim verbracht werden sollte. In den dortigen Akten taucht sie allerdings nicht auf. DownloadSie möchten mehr über den interessanten Gattenmordfall aus Sachsen erfahren? Dann laden Sie sich hier kostenlos meine Magisterarbeit als PDF-Datei herunter. Inklusive ausführlicher Literaturliste und Transkription der Hauptquelle. [DOWNLOAD] (1,05 MB; herunterladen mit Rechtsklick und "Ziel speichern unter") Sollten Sie aus meiner Arbeit zitieren wollen, so nutzen Sie bitte folgende Zitierweise: Franke, Matthias: Gattenmord im frühneuzeitlichen Kursachsen. Der Fall Dorothea Eleonora Saalbach aus dem frühen 18. Jahrhundert, Magisterarbeit TU Dresden, 2009, URL: www.der-geschichtsleister.de/downloads/Gattenmord.pdf (letzter Zugriff). |



